Den Biolog*innen über die Schultern schauen

Startdatum: 29. Juni 2024
Enddatum: 30. Juni 2024
Uhrzeit: 12:00 - 3:00
Ort: Streuobstwiese Wilkenstorf, Amt Neuhaus OT Tripkau

Eine Kooprationsveranstaltung vom Verein Konau 11 – Natur e. V. und dem BUND RV Elbe-Heide

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was der Unterschied zwischen einer Biene, einer Hummel, einer Wespe und einer Schwebfliege ist? Wie viele verschiedene Arten von Motten es eigentlich gibt? Wie viele verschiedene Käfer alleine an Totholzzersetzenden Pilzen leben? Wie man allein am Gesang Vögel voneinander unterscheiden kann? Oder was in deinem eigenen Garten alles wächst, kreucht und fleucht?

Um eine Antwort auf solche und viele weitere Fragen zu finden, lädt der BUND-Regionalverband Elbe-Heide und Konau 11 – Natur e. V.  alle Interessierten am 29./30. Juni 2024 in der Zeit von ca. 12:00 bis 03:00 Uhr auf die Streuobstwiese in Wilkenstorf, ein Dorf im Ortsteil von Tripkau in Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg), ein, um den „Biolog*innen über die Schulter zu schauen“ und um ihr eigenes Wissen mit einzubringen.

In dieser Veranstaltung können die Teilnehmenden einer Gruppe, bestehend aus Biolog*innen und Artenkenner*innen, über die Schulter schauen, während diese die Flora, Fauna und Funga einer Streuobstwiese erfassen und dabei Einblicke in ihre Fachgebiete geben. Natürlich darf auch selbst beobachtet, gefangen und bestimmt werden. Hierzu werden tagsüber Insekten mit angefaultem Obst und Rotweinköder angelockt, Totholz gedreht, Bodenstreu gesiebt und durchsucht, sowie mit Handfang, Streiffang und Klopfschirm gefangen. Außerdem werden die Vögel verhört und beobachtet und die Pflanzen, Pilze und Flechten bestimmt. Ab der Dämmerung und die Nacht über werden mit Taschenlampen die Stämme und Höhlungen abgeleuchtet und Tiere mit zwei automatischen Fallen und einer großen Leuchtfalle erfasst.

Bei der Streuobstwiese in Wilkenstorf handelt es sich um eine sehr wertvolle, vom Verein Konau 11 – Natur e. V.  betreute und gepflegte, Streuobstwiese mit ca. 120-130 Jahre altem Baumbestand und Wildobstrandstreifen. Auch der BUND Niedersachsen setzt sich seit 2010 intensiv für den Streuobstwiesenschutz ein und hat dazu ein neues fünfjähriges Projekt „Besonders gestreute und gepflegte Räume – Artspezifische Förderung der Strukturvielfalt und Pflege auf Streuobstwiesen und Einbindung, Vernetzung und Unterstützung von Streuobstakteuren“ gestartet. Zusätzlich wird unter dem Titel „Unbekannt – Unerkannt – Verborgen“ ein Fokus auf für Streuobstwiesen typische Insektengruppen wie Wildbienen, Zikaden, Nachtfalter sowie Käfer und Pilze in Totholzelementen gelegt.

Bestimmungsliteratur, Vergleichsmaterial, Binokular, Becherlupen, und weitere Fang- und Beobachtungsgerätschaften werden vorhanden sein. Sofern vorhanden, bitte eigene Kescher mitbringen.

Gegen Spende werden Blechkuchen, Kaffee, Tee und Wasser angeboten. Dazu werden mitgebrachte Kuchenspenden gerne angenommen.

Um Anmeldung an den BUND RV Elbe-Heide wird gebeten:.

Auf Nachfrage besteht die eingeschränkte Möglichkeit über Nacht ein Zelt aufzustellen.

BUND RV Elbe-Heide
Beim Kalkberg 7
21339 Lüneburg
Tel.: 04131-402877

Und hier noch ein paar weitere Informationen zum Thema

Weltweit sind in etwa 1,8 Millionen Pflanzen, Tiere und Pilze in der Domäne der Lebewesen (Eukaryota) erfasst und beschrieben worden.

Derzeit listet das Bundesamt für Naturschutz davon etwa 71.500 wissenschaftlich erfasste und hier nachgewiesene Arten in den 3 großen Reichen der Biologie Flora – Fauna – Funga.

Im Einzelnen:

Bei den Pflanzen (Flora) gibt es ca. 9.500 Arten, darunter 2.988 Samenpflanzen, 1.053 Moose, 1.500 Jochalgen, 3.000 Kieselalgen und mehr als 500 Rotalgen.

Aus dem Reich der Tiere (Fauna) werden 48.000 Arten gelistet. Davon sind 104 Säugetiere (ein Viertel davon sind mit 27 Arten die Fledermäuse), 328 Vögel, 3.783 Spinnentiere, 635 Weichtiere, 33.305 Insekten und natürlich ganz viele kleinere Artengruppen.

Das Reich der Pilze (Funga) hat ca. 14.000 hier bereits nachgewiesene Arten. Die Schlauchpilze (Ascomycota) bilden mit ca. 7.000 Arten die umfangreichste Gruppe. 5.700 Ständerpilze (Basidiomycota), 500 Scheinpilze, 200 Jochpilze, 100 Urpilze.

Daneben gibt es noch weitere kleinere Reiche wie zum Beispiel die als Pilztierchen bezeichneten Schleimpilze (Mycetozoa/Myxomyceten). Sie sind mit derzeit mit 373 Arten bei uns vertreten.

Zu ergänzen ist, dass ein Großteil der hier lebenden Arten noch nicht wissenschaftlich erfasst ist – die vollständige Inventur ist gegenwärtig nicht realisierbar.

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